Da strampelt sie und schwimmt umher,
sie taucht und dreht so manche Runde.
Als wär’s ein kaffeewarmes Meer
planscht sie schon fast ‘ne Viertelstunde.
Ich sitz am Tisch und seh’ ihr zu,
schau über den Rand, wie sie schwimmt.
Sie scheint voll Vergnügen und gibt keine Ruh,
zuviel Koffein, bestimmt!
Ist’s nicht Völlerei, so zu leben?
Der Traum vom Schlaraffenland
ist dieser Fliege gegeben.
Sie fristet ihr Dasein nicht an der Wand.
Doch dann wird sie in der Tasse still.
Grad war sie noch putzmunter.
Ob sie vielleicht noch mehr Kaffe will?
Sie hört auf zu strampeln und geht einfach unter.
Astrid Hilbert
Du kleiner Schelm mit geröteter Haut,
vertalgte Drüsen haben dich erbaut.
Stolz ragst du von meiner Nase empor,
bist jeden Tag größer als noch am Tage zuvor.
Dein goldenes Krönchen aus Eiterschicht
sprießt wie ein Vulkan aus meinem Gesicht.
Du bist das Symbol für Jugendlichkeit,
erinnerst mich an meine Teenagerzeit.
So zierst du noch immer Nase, Stirn und Rücken,
geliebter Pickel, komm lass dich drücken!
Astrid Hilbert
Oft hab ich mich auf dich gefreut
und manchmal hab ich’s schwer bereut.
Zartbitt’rer Kuss aus tiefstem Herzen,
dein funkelndes Kleid im Licht der Kerzen.
Dein süßer Körper in meiner Hand,
so öffne ich gierig dein Gewand.
Nussbraun und nackt lachst du mich an,
dass ich dir nicht widersteh’n kann.
Meine Lippen berühr’n deine zarte Figur,
ich muss dich jetzt küssen, mon amour!
Du schmilzt dahin an meiner Zunge…
… Junge, Junge!
Liebreizend flüsterst du mir ins Ohr.
Dafür liebe ich dich, Sarotti-Mohr!
Astrid Hilbert



